Köln (KNA) Die zehn größten Medienkonzerne der Welt kommen alle aus den USA oder China. Das geht aus dem Ranking "Die 100 größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt 2024" des Kölner Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) hervor. Größter deutscher Medienkonzern ist mit einem Jahresumsatz von knapp 19 Milliarden Euro der Bertelsmann-Konzern (RTL, Ufa, Buchverlage). Insgesamt hatten im Vorjahr 43 der 100 größten Medienkonzerne ihren Sitz in den USA. An der Spitze bleibt der Mediengigant Alphabet (Google) mit einem Gesamtumsatz von 350 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 323,4 Milliarden Euro). Auf Platz 2 liegt weiterhin der Facebook-Konzern Meta Platforms mit 164,5 Milliarden US-Dollar. Die Plätze getauscht haben das chinesische ByteDance (Tiktok, Platz drei, 146 Milliarden US-Dollar) und der klassische Film/TV-Konzern Comcast (u.a. Universal Pictures, NBC, 124 Milliarden US-Dollar), der von 2011 bis 2015 der größte Medienkonzern der Welt war. Auch ARD und ZDF gehören weiterhin zur Gruppe der Top 100. Mit einem Umsatz von 7,67 Milliarden Euro liegt die ARD auf Platz 34, das ZDF mit 2,59 Milliarden Euro auf Platz 83. Zweitgrößter privater Medienkonzern aus Deutschland ist nach Bertelsmann die Sendergruppe ProSiebenSat.1 (Platz 57; 3,91 Mrd. Euro), danach folgen die Verlagskonzerne Holtzbrinck (Platz 63; 3,6 Mrd. Euro), Burda (Platz 79; 2,74 Mrd. Euro), sowie Axel Springer und Bauer (Platz 97/98 mit je rund 2,2 Mrd. Euro). Der große Rückfall bei Springer ist dabei in der Abspaltung der Job- und Immobilienportale (StepStone- und Aviv-Gruppe) im Zusammenhang mit der Trennung vom bisherigen Investment-Partner KKR begründet, die de facto eine Aufteilung des Konzerns darstellt und die seit 2024 vollzogen wird. Insgesamt verlieren europäische Konzerne im Wettbewerb mit den USA und China weiter an Boden. Lag 2014 der Anteil Europas an den 50 größten Medienkonzernen weltweit noch bei 17,5 Prozent, hat sich dieser Wert nach den IfM-Berechnungen zehn Jahre später mit nur noch 7,4 Prozent mehr als halbiert. Nach Einschätzung des IfM bedeuten vor allem die exorbitanten Zahlen für Alphabet/Google und Meta, dass "die ganz Großen zu groß geworden sind". Alphabet drohe die Zerschlagung, "gegen Googles De-facto-Monopol bei der Internetsuche gehen US-Gerichte 2025 mit radikalen Schritten vor". Auch gegen Meta (Facebook, WhatsApp, Instagram) seien inzwischen Kartellverfahren anhängig. Der Konzern sieht sich schweren Vorwürfen der US-Wettbewerbsbehörde FTC ausgesetzt. Danach soll Meta mit der Übernahme von Instagram und WhatsApp ein Monopol bei sozialen Netzwerken errichtet und Marktbedingungen manipuliert haben. Auch der vom vierten auf den dritten Platz aufgestiegene chinesische Konzern ByteDance (TikTok) steht in den USA unter Druck. Er muss seine US-Geschäftsbereiche nach einem noch von der US-Regierung unter Präsident Joe Biden erlassenen Dekret an ein US-Unternehmen verkaufen. Dieser Prozess stockt zwar, doch die neue Administration unter Donald Trump hält an ihm fest. Zur Begründung erklärte US-Außenminister Marco Rubio: "Hier geht es nicht um kreative Videos, sondern um eine App, die jeden Tag die Daten mehrerer Millionen amerikanischer Kinder und Erwachsener sammelt." Das IfM bietet seit 2007 mit der Mediendatenbank mediadb.eu unter der Fragestellung "Wer beherrscht die Medien" einen Überblick über die internationale Medien- und Kommunikationsindustrie in Zahlen, Daten, Unternehmensporträts und Kurzanalysen. Die Medienkonzerne des Rankings werden als Unternehmen definiert, die publizistische Inhalte in Massenmedien verantwortlich erstellen oder verbreiten sowie maßgebliche Teile ihres Umsatzes mit Erlösen aus Rechten, Lizenzen und Werbung erzielen und nicht als reine Telekom- oder Technikprovider auftreten. Ferner werden Konzerne berücksichtigt, die durch Produktion oder Distribution maßgeblichen Einfluss auf die kommunikative Umwelt eines breiten Publikums haben. Das Projekt wird von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt und berücksichtigt auch Konzentrationsbewegungen, neue technologische Trends sowie Regulierungsmodelle im In- und Ausland. 2024 wurde erstmals ein gesondertes Ranking der größten öffentlich-rechtlichen Mediensysteme der Welt veröffentlicht, die von der ARD angeführt wird.