Tausendsassa nimmt Abschied - Constantin Schreiber gibt Moderationsjob bei der "Tagesschau" auf

Von Joachim Huber (KNA)

PERSONALIE - Seit 2021 gehört Constantin Schreiber zum Sprecher-Team der "Tagesschau". Nun verlässt er die Nachrichtensendung, um wieder mehr inhaltlich arbeiten zu können.

| KNA Mediendienst

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Constantin Schreiber

Foto: Thorsten Jander/NDR/KNA

Hamburg (KNA) Wenn eine Sprecherin oder ein Sprecher die meistgesehene Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen verlässt, dann fallen stets Worte voller Dankbarkeit. Nicht anders bei Constantin Schreiber, der am Dienstag seinen Abschied auf eigenen Wunsch von der "Tagesschau" verkündete. Schon am 25. Mai wird er seine letzte 20-Uhr-Ausgabe präsentieren. "Es war mir eine große Ehre, die tagesschau präsentieren zu dürfen. Nach achteinhalb Jahren im ARD-aktuell Studio möchte ich künftig wieder inhaltlich journalistisch arbeiten", sagte der Journalist zur Begründung. Er bedankte sich bei allen Kolleginnen und Kollegen für die großartige Zusammenarbeit und bei den Zuschauern für das Vertrauen. Marcus Bornheim, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell, wiederum sagte: "Wir bedauern seine Entscheidung sehr, respektieren aber seinen Wunsch nach Veränderung und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg." Schreiber habe die "Tagesschau" mitgeprägt. Der Journalist äußerte sich nicht zu der Frage, wohin es ihn zieht, ob er sich bei einem öffentlich-rechtlichen oder privaten Sender oder einer Sendung engagieren wolle, wenn er, wie angekündigt, "künftig wieder inhaltlich journalistisch arbeiten" will. Das hat Constantin Schreiber in seiner Karriere bereits umfassend getan. Geboren 1979 in Cuxhaven, absolvierte er ein Jura-Studium und anschließend ein journalistisches Volontariat. Er arbeitete mehrere Jahre als Reporter im Nahen Osten und anschließend drei Jahre als Medienreferent im Auswärtigen Amt in Berlin. Von 2012 bis 2017 war er für den privaten Nachrichtensender n-tv tätig - für die Sendereihe "Marhaba - Ankommen in Deutschland", in der er Geflüchteten in arabischer Sprache mit deutschen Untertiteln Deutschland erklärte. Für die Sendereihe erhielt Schreiber gemeinsam mit seinem Redaktionsteam 2017 den Grimme-Preis. Im selben Jahr wechselte er nach Hamburg zu ARD-aktuell und stand dort unter anderem für tagesschau24 sowie das NDR-Medienmagazin "Zapp" vor der Kamera. Von 2021 an gehörte er auch zum Sprecherteam der Hauptausgabe der "Tagesschau". Zunächst präsentierte er die Sendung in wahrer Strahlemann-Manier, später und bis heute weitaus zurückgenommener. Die Sprecherinnen und Sprecher der "Tagesschau" werden nicht üppig bezahlt. Was aber die Einkommen deutlich steigern kann, sind die Beschäftigungen, die sich aus der gewonnenen Popularität und Prominenz ableiten lassen. Constantin Schreiber tut dies als Journalist, Sachbuchautor und Schriftsteller. Mit Büchern wie "Inside Islam" (2017) oder dem "Moscheereport" (ebenfalls 2017) geriet Schreiber in die öffentliche Kritik. Seine Sichtweise sei islamophob, hieß es, mit seinem Roman "Die Kandidatin" (2021) steigerte sich die Kritik bis hin zum Vorwurf, Schreiber habe ein "Hasspamphlet" geschrieben. Schreiber verteidigte sich und wurde verteidigt. Als Folge eines Tortenwurfs auf ihn 2023 an der Universität Jena und zunehmender persönlicher Bedrohungen entschied er, sich journalistisch nicht mehr mit dem Thema Islam zu beschäftigten. Da hatte er schon zusammen mit der ehemaligen "Tagesschau"-Chefsprecherin Dagmar Berghoff das Buch "Guten Abend, meine Damen und Herren. Ein Gespräch über die Liebe, das Leben, Glück und die Nachrichten" veröffentlicht, dem 2023 "Glück im Unglück" folgte, quasi eine Trainingsanleitung für Resilienz und Optimismus in Krisenzeiten. Damit wie auch mit seinem ersten Krimi "Kleopatras Grab" kam er in die Spiegel-Bestsellerlisten. Schreiber rühmt sich, mit seinem Werk das Genre des "Ägypten-Krimis" im deutschen Sprachraum etabliert zu haben. Mit dem kürzlich erschienenen Nachfolger "Echnatons Fluch" ist er gerade auf Leserreise. Beim Termin in Berlin kündigte er schon für September ein weiteres Buch an, ein Bildband über Ägypten. Constantin Schreiber, der mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern in einem Vorort von Hamburg lebt, ist viel beschäftigt. Neben "Tagesschau" und Buchprojekten ist er mittlerweile nach eigener Aussage an 50 bis 60 Abenden im Jahr zusammen mit Alexander Stevens und dem True-Crime-Projekt "Angeklagt - Schuldig oder nicht?" unterwegs. Die Termine würden immer mehr, die Säle und Hallen immer größer. Zeit dafür bleibt Schreiber in Zukunft vermutlich häufiger.

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