"Jetzt wirklich gesetzlich auf die Piste bringen" - Liminski begrüßt Filmförder-Kompromiss und sorgt sich um RTL

Von Steffen Grimberg (KNA)

PRODUKTION - Kurz vor der Berlinale bestätigt eine Studie NRW als führenden TV-Produktionsstandort. Doch die Situation der Branche bereitet NRW-Medienminister Nathanael Liminski Sorgen. Er hofft auf mehr Investitionen.

| KNA Mediendienst

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Nathanael Liminski

Foto: Julia Steinbrecht/KNA

Düsseldorf (KNA) NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) hat kurz vor der Berlinale den vergangene Woche von der Bundesregierung erzielten Kompromiss bei der Filmförderung begrüßt. "Es verdient den Einsatz aller Beteiligten, das jetzt auch gesetzlich wirklich auf die Piste zu bringen, damit unser Standort nicht weiter auf Entscheidungen warten muss, sondern produzieren kann", sagte Liminski, der auch Chef der NRW-Staatskanzlei ist, dem KNA-Mediendienst. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sei "es hier gelungen, das Beste aus beiden Welten zu verbinden und eine jahrelange Diskussion zu einer konstruktiven und für die gesamte Branche tragfähigen Lösung zu bringen", so Liminski weiter. Zur Kritik von Sendern und Streaminganbietern, aber auch Teilen der Produktionsbranche an der nun doch kommenden Investitionsverpflichtung meinte der Medienminister: "Wenn es jetzt Kritik von beiden Seiten gibt, spricht es dafür, dass es ein guter Kompromiss ist." Mit Blick auf die am Donnerstag startenden 76. Internationalen Filmfestspiele in Berlin sagte Liminski: "Es ist gut, dass dieses Thema nicht mehr von Berlinale zu Berlinale verschoben wird und sich dadurch auszeichnet, dass es zwar große Ankündigungen gibt, es dann aber bei der Umsetzung hapert. In diesem Jahr kommen wir in Berlin zusammen und diese wichtigen Entscheidungen sind endlich getroffen worden. Das ist ein nicht zu unterschätzendes Signal an die Branche." Nach einer neuen Studie im Auftrag der Düsseldorfer Staatskanzlei ist NRW weiterhin der wichtigste Standort für Film- und Fernsehproduktion in Deutschland. Der von Goldmedia verfassten Studie zufolge wurden 2024 rund 44 Prozent aller Sendeminuten in NRW produziert. Zweitwichtigster Standort ist Bayern mit rund 19 Prozent, gefolgt von Berlin (13 Prozent) und Hamburg (9 Prozent). Alle anderen Länder liegen unter fünf Prozent, Schlusslicht ist Thüringen mit lediglich 0,1 Prozent. Dieser Standortvergleich nach Sendeminuten ist in der Branche allerdings umstritten, da sich je nach produziertem Genre höchst unterschiedliche Minutenpreise und damit Umsatzvolumina ergeben. Laut Goldmedia ist auch der Minutenoutput von NRW-Produktionsunternehmen mit 2028 Minuten pro Firma doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnitt. Dies liegt aber auch daran, dass in NRW überproportional viele Daily Soaps und andere eher günstig produzierte TV-Ware mit hoher Sendefrequenz hergestellt werden. So kommen 62 Prozent des Unterhaltungsfernsehens laut Goldmedia aus NRW. Gerade dieser Bereich, bei dem private Sender die Nase vorn haben, ist aktuell wegen der schwierigen Lage auf dem Werbemarkt durch Einsparungen und Strukturanpassungen gekennzeichnet. So hatte jüngst die in NRW ansässige RTL-Gruppe angekündigt, 600 Arbeitsplätze abzubauen. Deutschlandweit beschäftigt RTL rund 7500 Mitarbeitende. "Das trifft den Standort Köln ganz hart, aber ich hoffe, dass er von dieser Neuaufstellung langfristig profitieren wird", so Liminski: "RTL macht diese sehr schweren Einschnitte deshalb, um wettbewerbsfähig zu bleiben und auch in Zukunft ein starkes Medienhaus zu sein." Ein Grund für die Situation, in der RTL und andere Sender bereits geplante Produktionen verschoben hatten, sei auch "die fehlende Investitions- und Planungssicherheit für die großen Medienhäuser". Er hoffe, dass mit der jüngsten Entscheidung zur Investitionsverpflichtung und zur Freigabe der steuerlichen Fördermittel für die Film- und Fernsehförderung jetzt diese Planungssicherheit und Perspektive gegeben sei. "Ich setze darauf, dass jetzt auch wieder stärker investiert wird", sagte Liminski.

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