Passau/München (KNA) Im Jahr vor Hans Kapfingers Tod im Juli 1985 erschien im Verlag der "Passauer Neuen Presse" (PNP) ein "Lebensbild" über den eigenen Verleger, das - wie andere Publikationen Kapfingers über sich selbst - dessen starke Bindung zum Katholizismus betonte: Der einflussreiche Journalist und Gründer der PNP, Dr. Johannes Evangelist Kapfinger, sollte nach dem elterlichen Wunsch eigentlich Priester werden. Der 1902 geborene Niederbayer ging bei Benediktinern zur Schule, studierte dann aber in München Philosophie, Jura und Zeitungswissenschaften und promovierte mit einer Arbeit über den politischen Katholizismus in Bayern. Seine erste Anstellung fand er beim "Straubinger Tagblatt", das der katholischen Bayerischen Volkspartei (BVP) nahestand und der Familie seines Studienfreundes Georg Huber gehörte. Kapfinger stieg schnell vom Lokal- zum Chefredakteur auf und war schon damals "für seinen furchtlosen Kampf gegen die Nazis" bekannt, wie er und seine "PNP" es auch 1984 nochmal behaupteten. Schließlich habe er 1933 nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler in einem Leitartikel im "Straubinger Tagblatt" gefordert, dessen Kabinett vor der Vereidigung auf den Geisteszustand zu untersuchen. Die Nazis hätten ihn deshalb in einem Schandaufzug durch Straubing geführt und in Schutzhaft genommen. Er sei aus der Zeitung geworfen worden und habe keine dauerhafte Arbeit mehr gefunden. So lautet Kapfingers Legende zu Lebzeiten, die die "PNP" im Kern übernommen hat und die ihr Verlag, die Mediengruppe Bayern (MGB), bis heute auf der Website mit einigen unzureichenden Korrekturen als Gründungsgeschichte präsentiert. Diese Haltung passt zur Darstellung, wonach sich viele Katholiken anfangs gegenüber Hitler und den Nationalsozialisten zurückhaltend und distanziert verhielten, wie es etwa der Theologe Christoph Kösters in seiner Geschichte der katholischen Kirche im Nationalsozialismus beschrieben hat. Doch stimmt Kapfingers Behauptung, er sei Nazi-Gegner gewesen? Hat er wirklich die Katholiken in ihrer Zurückhaltung bestärkt? Der Historiker Michael Hellstern hat die Behauptung für seine Dissertation "Meinungsmacher mit dunkler Vergangenheit" an der Universität München überprüft. Im März 2025 erschien das Buch im Pustet-Verlag. Besonders beschäftigte ihn die Behauptung Kapfingers, er habe 1933 gegen Hitler angeschrieben, so dass Hellstern vor dem 80. Jahrestag der Gründung der "PNP" am 5. Februar 1946 noch einmal in die Staatsbibliothek in München ging und im Bestand des "Straubinger Tagblatts" Kapfingers Artikel las. Hellsterns Fazit nach der erneuten Überprüfung bestätigt das Ergebnis seiner Dissertation: Kapfinger schrieb nach allen Seiten. Am 2. Februar 1933 etwa: "Der Anfang, den das Kabinett Hitler macht, ist miserabel." Er sei der festen Ansicht, dass der deutsche Katholizismus und die Arbeiterschaft nie zu Hitler überlaufen würden, so Kapfinger. Der politische Katholizismus der BVP habe sich damals in der Zeitung immer wieder bemerkbar gemacht, sagt Hellstern dem KNA-Mediendienst. In fast jeder Woche habe Kapfinger offenen Wahlkampf für die BVP geführt und gegen die NSDAP angeschrieben. Dabei kritisierte Kapfinger Hitler auch wegen der Maßnahmen gegen Marxisten. Gleichzeitig habe er sich dann aber nach dem Reichstagsbrand Ende Februar 1933 für eine Versöhnung zwischen BVP und Nationalsozialisten ausgesprochen. Einen Tag vor den bereits nicht mehr freien Reichstagswahlen vom 5. März 1933 habe Kapfinger allerdings wieder argumentiert, dass Katholiken nicht die NSDAP, sondern die BVP wählen sollten. "Der Turm der katholischen Weltanschauungsparteien steht unerschüttert da", so Kapfinger in einem Kommentar. Doch dann habe er wiederum einen Schwenk vollzogen und sei vier Tage nach der Wahl "für eine loyale Zusammenarbeit mit der NSDAP" eingetreten, so Hellstern. Verfolgung und Verhaftung durch die Nazis? Das tat er nun als "unschöne Begleiterscheinungen" ab, die nur dem "Übereifer einiger Unterführer" zuzuschreiben seien. Kapfinger habe nach vereinzelter Kritik an der NSDAP vor und Anfang 1933 "eindeutig auf NS-Parteilinie" gelegen und seine opportunistische Haltung dabei schon unter dem Kürzel "Dr. H. K." am 1. Februar 1933 deutlich gemacht: "Es geht nicht um Adolf Hitler und seine Bewegung, sondern um Deutschland. Wenn Deutschland gerettet wird, dann gleichgültig durch wen. Wenn Adolf Hitler es ist, dann sind wir ihm dankbar", schrieb Kapfinger. Am 3. Februar 1933 erinnerte er daran, dass er schon am 31. Januar "eine Chance für Adolf Hitler gefordert" habe. Und am 10. März 1933 lobte er seine Zeitung dafür, dass sie bereits im Juni 1932 für eine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten eingetreten sei - "als eine der ersten katholischen Zeitungen". Nach der Machtübergabe wurde dann im April 1933 Hitlers Geburtstag ausführlich im Blatt gefeiert. Und schon am 18. März 1933 hieß es bei Kapfinger wörtlich: "Für den Aufbruch der Nation sind auch wir bereit." Ein Großdeutschland bis nach Wien sei möglich. Exakt eine Woche später war zu lesen: "Der Reichskanzler Hitler hat im Reichstag eine Rede gehalten, (...) die auch wir unterschreiben können." Und nochmal drei Tage später, am 28. März, schrieb Kapfinger, die NSDAP werde den "Abwehrkampf gegen die internationale jüdische Greuel- und Boykotthetze gegen Deutschland in schärfster Form aufnehmen". "Gegnerschaft sieht dann doch anders aus", kommentiert Hellstern, zumal er den Leitartikel mit der angeblichen Forderung, Hitlers Geisteszustand zu prüfen, in keinem Archiv habe finden können. Falls er doch existiere, sei zumindest fragwürdig, warum die Verhaftung Kapfingers erst drei Monate später erfolgte, meint Hellstern. Dennoch habe diese Darstellung den Amerikanern wohl als Beleg für Kapfingers NS-Gegnerschaft gedient. Zur Mediengruppe Bayern gehören heute nicht nur die "PNP" sowie das "Trostberger" und "Reichenhaller Tagblatt", sondern auch der "Donaukurier" in Ingolstadt und die "Mittelbayerische Zeitung" in Regensburg. Im November 2025 meldete die MGB zudem die Übernahme der Mediengruppe Oberfranken mit Zeitungen in Bamberg, Coburg, Kulmbach und Bad Kissingen. Das Bundeskartellamt stimmte dem Deal bereits im Dezember zu, so dass ein sehr großer Regionalzeitungsverlag mit einer Auflage von rund 360.000 täglichen Exemplaren entstand. Heute werden alle Anteile an der MGB von der Familie Diekmann gehalten, ausgehend von einer Erbenlinie aus erster Ehe von Kapfingers ehemaliger Frau. Sollte das die Aufklärung nicht erleichtern? In Passau wird das jedoch eher als entlastendes Argument vorgebracht, als sei die "PNP" nicht für Kapfingers Vergangenheit verantwortlich. Auch die Stadt Passau hält bisher an ihren Auszeichnungen fest. Kapfinger wurde Ehrenbürger und zudem mit einer Straße geehrt. Er erhielt den Bayerischen Verdienstorden und das Bundesverdienstkreuz. Michael Hellstern, im Hauptberuf Museumskurator des FC Bayern München, hatte bei seiner Dissertation profunde Unterstützung. Die 448-Seiten-Arbeit, die sich auch mit der "Mittelbayerischen Zeitung" befasst, wurde vom Münchner Institut für Zeitgeschichte betreut. Der Historiker Thomas Schlemmer betont in seinem Erstgutachten, ein wichtiger Aspekt bei der Arbeit sei auch, dass es hier um die Regionalpresse gehe. Zu "Spiegel", "FAZ" und "SZ" sei intensiv gearbeitet worden. Doch die Regionalpresse erreicht bis heute deutlich mehr Leser als die überregionalen Titel. Doch gerade im Regionalen ist die Quellenlage oft schwieriger. Auch bei der "PNP" seien Dokumente zu Kapfinger offenbar vernichtet worden, von einem Nachlass sei nichts bekannt, so Schlemmer. Hellstern, der in 18 verschiedenen Archiven geforscht hat, erschließe so eine breite Quellenbasis für "ein bislang wenig beachtetes Forschungsfeld" und zeige, dass auch die zweite Garde der Journalisten oftmals dem Propagandaapparat des NS-Regimes verbunden war, sagt Schlemmer der KNA: "Die Regional- und Heimatpresse ist bisher kaum untersucht worden, zumal mit Blick auf das journalistische Personal - trotz der Bedeutung in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten." Auch der zweite Gutachter, der ehemalige Institutsleiter Andreas Wirsching, lobt die "beachtliche und innovative Forschungsleistung" von Hellsterns Arbeit. Nach deren Veröffentlichung und einem Vortrag Hellsterns in Passau im Mai 2025 löschte die Mediengruppe Bayern denn auch den Hinweis, Kapfinger habe in einem Leitartikel gefordert, Hitler auf seinen Geisteszustand zu untersuchen. Auch die beschönigende Einschätzung, "sein Widerstand gegen die Nazis und seine demokratische Gesinnung machen ihn für die Alliierten zum idealen Kandidaten für den Aufbau der bundesdeutschen Presse", verschwand aus dem Überblick zur Verlagsgeschichte auf der "PNP"-Website. Allerdings wird bis heute der Eindruck vermittelt, Kapfinger habe als Gegner der Nationalsozialisten nur unter Druck weiterarbeiten können. Aber auch dies ist nicht eindeutig belegt. Zwar bestätigte der Münchner Journalist Josef Ackermann, den Kapfinger aus dem Studium kannte und der zwischen 1933 und 1945 mehrfach in den KZs Dachau, Buchenwald und Dora-Mittelbau saß, in Kapfingers Opfer-Entschädigungsantrag, dieser habe im "Dritten Reich" nicht mehr als politischer Redakteur arbeiten dürfen. Wie Hellstern herausgefunden hat, konnte Kapfinger aber in Berlin als stellvertretender Chefredakteur der "Deutschen Werbung", dem wichtigsten Fachblatt der Werbebranche in der NS-Zeit, weiter und in einer Leitungsfunktion journalistisch tätig sein. Das Blatt sei ein "grundlegender Baustein für die uneingeschränkte Lenkung der Wirtschaftswerbung durch das Propagandaministerium" gewesen, Kapfinger habe hier direkt mit Hugo Fischer (1902-1979), dem stellvertretenden Reichspropagandaleiter der NSDAP, zusammengearbeitet, so Hellstern. Doch diese Tätigkeit habe Kapfinger später unter den Tisch fallen lassen. Für Hellstern bleibt Kapfinger "eindeutig ein NS-Journalist", der sich nach dem Krieg "zum 'Verfolgten des NS-Regimes' stilisiert". Die "PNP" und die Stadt Passau tun sich aktuell weiter schwer mit der Aufklärung der NS-Belastung ihres Gründers und Ehrenbürgers, über die schon zu seinen Lebzeiten im "Spiegel" und in einem Buch von Erich Kuby berichtet wurde. In Passau hätten Mitarbeiter von Kapfinger damals die gesamte Auflage des "Spiegels" aufgekauft, heißt es bis heute in der Stadt. Für die "PNP", die erstmals am 5. Februar 1946 erschien, hatte der damals 44-jährige Kapfinger die Lizenz Nummer 16 der US-Militärregierung erhalten. Von Anfang an sollte ihm dabei ein zweiter, liberaler Lizenznehmer zur Seite gestellt werden. Die Wahl fiel auf den jüdischen Emigranten Leopold Goldschmidt, einen Sozialdemokraten, der sein Amt im Mai 1945 antrat. Kapfinger habe Goldschmidt jedoch als "ungeeignet" abgelehnt und starken Widerstand geleistet. Nach kurzer Zeit verließ Goldschmidt die "PNP" wieder und wurde Lizenzträger bei der "Frankfurter Neuen Presse". Der darauf folgende, neue Kurs war klar zu erkennen: Zur Urteilsverkündung beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher brachte die "PNP" am 1. Oktober 1946 eine Extra-Ausgabe heraus, in der Kapfinger einen "Schlussstrich" forderte: "Die Welt hat gesehen, dass die Deutschen in ihrer Gesamtheit als Volk für die Verbrechen Hitlers und seiner Paladine nicht schuldig zu sprechen sind. Das Nürnberger Urteil wird uns die Möglichkeit geben, die wirklich Schuldigen vom übrigen Volkskörper zu trennen und die kleinen nominellen Parteimitglieder wieder in das normale Leben einzugliedern." In der Folgezeit holte Kapfinger auch ehemalige NSDAP-Parteimitglieder wie August Ramminger und Franz Höller in die Chefredaktion. Als Chefredakteur und Herausgeber bekämpfte Kapfinger später "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein und den aufstrebenden SPD-Politiker Willy Brandt heftig und landete wegen des Verdachts korrupter Geschäfte im Zusammenhang mit Franz Josef Strauß und der sogenannten Fibag-Affäre im März 1962 auf dem Titel des Magazins. Damals ging es um ein großes Bauprojekt für in Deutschland stationierte US-Soldaten. Und 2002 schrieb Peter Merseburger in seiner Willy-Brandt-Biografie, Kapfinger habe im "untergründigen Wahlkampf" gegen Brandt als "Hauptdreckschleuder" gewirkt, weil er Emigration zum Makel machte und den Kampf gegen Hitler als Verrat am Vaterland abstempelte. Wie aber geht nun die "PNP" mit den neuen Erkenntnissen Hellsterns um? Eine Anfrage an Verlegerin Simone Tucci-Diekmann nach dem Erscheinen seines Buches im Frühjahr 2025 beantwortete an ihrer Stelle "PNP"-Chefredakteur Martin Wanninger: "Der Verlag steht neuen Erkenntnissen über die Person Hans Kapfinger grundsätzlich sehr offen gegenüber und wird selbstverständlich neue Aspekte in die historische Bewertung und auch Darstellung seines Zeitungsgründers aufnehmen." Die Mediengruppe werde sich mit den Forschungsergebnissen und ihren Quellen gründlich auseinandersetzen. Tatsächlich berichtete die "PNP" im Mai 2025 auch über einen Vortrag, den Hellstern in Passau zum Thema hielt. Die "PNP" habe hier allerdings so berichtet, als entlaste Hellstern Kapfinger, weil keine formale Parteimitgliedschaft vorliege, sagte Hellstern dem KNA-Mediendienst. Dabei sei er nach seiner Sicht auch ohne Parteimitgliedschaft eindeutig schwer belastet. Hellstern schreibt: "Es ist schade, dass die Mediengruppe Bayern Kapfingers Lebenslauf nicht grundlegend überarbeitet hat. Er war ein Profiteur des NS-Regimes mit einem hohen Einkommen und hatte sogar ein arisiertes Haus erworben. Trotzdem konnte er sich mit vielen Lügen über Jahrzehnte als Opfer der NS-Zeit verkaufen." Laut MGB sei Kapfinger von den Militärbehörden "genau überprüft" worden, bevor er die Lizenz erhalten habe. Wobei Hellsterns Recherchen zeigen, dass die Lizenzgeber offenbar Zweifel an seiner Gegnerschaft hatten. Wesentliche Informationen hierzu stammen aus dem Nachlass von Ernst Langendorf, der im Institut für Zeitgeschichte archiviert ist. Der NS-Gegner floh vor den Nazis über Frankreich in die USA, kam als Angehöriger der US Army 1945 zurück nach Deutschland und war bis 1948 als Presseoffizier damit beauftragt, Lizenzen für neu gegründete Zeitungen in der amerikanischen Besatzungszone zu vergeben. In Langendorfs Nachlass fand Hellstern die Kopie eines Kaufvertrages, demzufolge Kapfinger in Berlin ein Grundstück erworben habe. Im Vertrag sei vermerkt, dass der Käufer Arier sei und die ursprüngliche Eigentümerin jüdisch. Langendorf habe auch Kapfingers Artikel aus NS-Publikationen vorliegen gehabt, die klar zeigten, dass er auch bei der "Deutschen Werbung" längst nicht so unpolitisch schrieb, wie er es später darstellte. Der Presseoffizier Langendorf war Kapfinger in jedem Fall lästig. In einem Leitartikel 1951 beklagte der "PNP"-Verleger, es sei "ein verhängnisvoller Fehler" der Amerikaner gewesen, "jüdische Emigranten in US-amerikanischer Uniform auf die Deutschen loszulassen". Was die Debatte um Kapfinger auch zeigt: Eine "Stunde Null" im Journalismus gab es 1945 nicht. Die strukturellen Veränderungen durch die amerikanischen Militärbehörden waren zwar weitreichend. Weniger eindeutig sei der Befund allerdings beim Personal, urteilten Norbert Frei und Johannes Schmitz schon 1989 in ihrem Buch "Journalismus im Dritten Reich" und betonten: "Wer als Journalist oder Verleger im Dritten Reich einer 'normalen' Tätigkeit nachgegangen war, wurde dafür im Rahmen der Entnazifizierung nicht in besonderer Weise zur Verantwortung gezogen." Der "ganz überwiegende Teil der Journalisten" konnte nach überstandener Entnazifizierung ab 1946/47 in den Beruf zurückkehren. Der Münchner Historiker Paul Hoser, der zu bayerischen Zeitungen in der NS-Zeit und der Entnazifizierung forscht, macht in diesem Zusammenhang gegenüber dem KNA-Mediendienst auf ein Manko aufmerksam: "Die Geschichte der bayerischen Presse ab 1949 ist kaum erforscht." Zeitungsverlage seien zumeist in Familien- oder sonstigem Privatbesitz und könnten daher beliebig über ihre Unterlagen verfügen. Oft sei heute schlicht "nichts mehr vorhanden", so seien beispielsweise beim "Münchner Merkur" nach der Übernahme durch den Ippen-Verlag 1982 Dokumente weitgehend entsorgt worden. Es fehle daher vielfach leider wesentliches Quellenmaterial, so Hoser. Daher ist es nicht ohne Ironie, dass der erste Überblick über die Lizenzpresse in Bayern, die bis heute das Rückgrat der aktuell erscheinenden Regionalzeitungen ausmacht, ausgerechnet von Kapfinger stammt: Es ist das Büchlein "Die neue bayerische Presse" von 1948, erschienen im Auftrag der Bayerischen Zeitungsverleger - in dem sich Kapfinger ganz nebenbei zum Opfer und Nazi-Gegner stilisierte.